Lehraufträge



Übersicht zu den Themen meiner Lehraufträge im Fachbereich Design der Fachhochschule Dortmund sowie im Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation der Universität Hildesheim



Vom Wintersemester 2001/2002 bis zum Wintersemester 2002/2003 übernahm ich Lehraufträge des Fachs Kunstwissenschaft im Fachbereich Design der Fachhochschule Dortmund zu folgenden Themen:

Wintersemester 2001/2002: Kunst im öffentlichen Raum

Projektbegleitendes Theorieseminar für Studierende, die am von mir geleiteten Ausstellungsprojekt Phoenix.Werke beteiligt waren. Auseinandersetzung mit Geschichte, spezifischer Vermittlungs- und Präsentationssituation sowie konzeptionellen und formalen Kategorien von Kunst im öffentlichen Raum. Im Kontext des Ausstellungsprojekts Phoenix.Werke Schwerpunkt auf Ortsspezifik und Kontextbezüge.

Sommersemester 2002: Was soll Kunst?

Auseinandersetzung mit Zweck und Grenzen zeitgenössischer Kunst. Dabei mit Autonomieansprüchen, Zwecksetzungen, Vermittlungs- und Präsentationssituationen, Alltagsbezügen. Diskussion der Positionen dreier Kunsttheoretiker: Prof. Michael Lingner, Marius Babias und Heiko Idensen. Abschließender Workshop in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung NRW: Handlungsanweisungen, Vorträge und Diskussion der drei o.g. Theoretiker.

Wintersemester 2002/2003: Die offene Stadt

Begleitendes Seminar in Vorbereitung des gleichnamigen Jahresthemas der Kokerei Zollverein. Zeitgenössische Kunst und Kritik in Essen. Auseinandersetzung mit deren Standort, Konzept und Programm sowie den Aspekten des geplanten Jahresthemas 2003: Industriekultur, Übergange von geschlossenen in öffentliche Räume, Perspektiven einer Weiterentwicklung der zeitgenössischen Kunst im öffentlichen Raum, Konzepte von Öffentlichkeit, definitorische Abgrenzungen und Erweiterungen des öffentlichen Raums. Selbständiges Erarbeiten von Ausstellungskonzepten durch die Studierenden sowie deren abschließende Diskussion mit Marius Babias, einem der beiden Kuratoren der Kokerei Zollverein. Zeitgenössische Kunst und Kritik.


Seit dem Wintersemester 2003/2004 übernehme ich Lehraufträge im Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft an der Universität Hildesheim zu folgenden Themen:

Wintersemester 2003/2004: AUSSTELLUNGSWERKSTATT: Wo ist die Kunst?

Die AUSSTELLUNGSWERKSTATT an der Universität Hildesheim ist konzipiert als fortlaufende künstlerisch-wissenschaftliche Veranstaltung zu den Themenbereichen zeitgenössischer Ausstellungstheorie und -praxis. Sie soll zunächst meine Tätigkeit als Kurator des Kunstvereins Hildesheim und alle damit verbundenen Aspekte kuratorischer Praxis sowie deren theoretische Hintergründe in die Lehre des Instituts für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft einbinden. Darüber hinaus soll sie dazu beitragen, Studierende gezielt auf eine berufliche Praxis im kuratorischen Feld vorzubereiten: Immer mehr Absolventen des Studiengangs Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis sind in diesem Bereich international erfolgreich und auch das Interesse der Studierenden an solchen Angeboten wächst zunehmend. Neben einer Reflexion des Jahresprogramms 2004 des Kunstvereins Hildesheim und dessen Scherpunktes Wo ist die Kunst? Zur Geographie von Schnittstellen fand im Seminar eine theoretische Auseinandersetzung mit Geschichte, Kategorien und Strategien von Kunstpräsentation statt. Der praktische Teil des Seminars beschäftigte sich mit Antragstellung, Kostenplanung und Finanzierung. Außerdem fanden im Rahmen des Seminars zahlreiche Ortstermine in unterschiedlichsten Ausstellungsinstitutionen sowie Gespräche mit deren Kuratoren und Direktoren statt (u.a. Kestner-Gesellschaft Hannover, Kunstverein Hannover, Spandau-Projekt Hannover, KIK Kunst im Kontakt Hannover, VIA 113 in Hildesheim, hARTware Projekte in Dortmund).

Sommersemester 2004: AUSSTELLUNGSWERKSTATT: Projekt MMAS* (*Multimedia Messaging Art Service)
Im Sinne der fortlaufenden Veranstaltung AUSSTELLUNGSWERKSTATT und ihrer grundsätzlichen Konzeption (siehe Wintersemester 2003/2004) bot ich im Rahmen des Projektsemesters 2004 eine praktische Auseinandersetzung mit der Präsentation zeitgenössischer Kunst an. Das Projekt MMAS* (*Multimedia Messaging Art Service) bereitete eine Präsentation im Kontext des Jahresprogramms 2004 des Kunstvereins Hildesheim vor, die sich mit der Frage nach der Eignung von Multimedia-Handys als Medium der Kunst beschäftigt. Die Ergebnisse des Projekts wird der Kunstverein Hildesheim im Februar 2005 zeigen. Im Projekt fand zunächst eine intensive Auseinandersetzung mit dem Medium Handy, der historischen Entwicklung (medialer) Visualität, der Geschichte der (interaktiven) Medienkunst und den Strategien partizipatorischer Kunstprojekte statt. Im Anschluss erstellten die Studierenden eigenständig das Konzept eines Festivals mit unterschiedlichen Teilprojekten - dabei fand eine eingehende Auseinandersetzung mit den Grundlagen einer Ausstellungsidee, dem Formulieren von Konzepten, dem Abgrenzen von historischen Vorbildern, der vermittelnden Präsentation, der Formulierung von Zielgruppen, dem Erstellen von Kostenkalkulationen sowie mit inhaltlicher Stimmigkeit und thematischer Geschlossenheit statt.

Wintersemester 2004/2005: AUSSTELLUNGSWERKSTATT: Wann ist die Kunst?
Auch in diesem Semester setzte sich die AUSSTELLUNGSWERKSTATT im Sinne ihrer grundsätzlichen Konzeption (siehe Wintersemester 2003/2004) mit Ausstellungstheorie und -praxis auseinander. Analog zum Jahresthema 2005 des Kunstvereins Hildesheim lautete der inhaltliche Schwerpunkt dabei: Wann ist die Kunst? Prozess, Moment und Gültigkeit. Im Mittelpunkt des Seminars stand also der Faktor Zeit in der Präsentation zeitgenössischer Bildender Kunst: Prozess-, Performance- und Aktionskunst, Partizipation, Interaktion und Handlungsaspekte, aber auch die Frage nach der Halbwertszeit von Kunst. Als praktische Umsetzung formulierten die Studierenden im Laufe des Semesters eigene Ausstellungs- und Projektkonzeptionen.

Sommersemester 2005: AUSSTELLUNGSWERKSTATT: Kunst im öffentlichen Raum

Die AUSSTELLUNGSWERKSTATT setzt sich seit dem WS 2003/04 fortlaufend mit Möglichkeiten der Präsentation zeitgenössischer Kunst und deren Grundlagen auseinander. Im SS 2005 lag der thematische Schwerpunkt des Seminars auf der Präsentation von Kunst im öffentlichen Raum. Dabei wurden die entsprechenden Projekte des Kunstvereins Hildesheim reflektiert und begleitet. Außerdem befasste sich das Seminar mit Konzepten anderer Ausstellungsinstitutionen, Veranstalter und Auftraggeber sowie Theorie, Geschichte und spezifischer Vermittlungssituation der Kunst im öffentlichen Raum. Fragen nach Autonomie, Funktion, Urbanität, Metakonzepten, Förder-, Finanzierungs- und Umsetzungsstrukturen wurden sowohl anhand einer theoretischen Beschäftigung als auch im Rahmen von zahlreichen Exkursionen und Expertengespräche (Amsterdam/Utrecht, Münster, etc.) thematisiert.

Wintersemester 2005/2006: AUSSTELLUNGSWERKSTATT: Wer ist die Kunst?
Auch in diesem Semester setzt sich die AUSSTELLUNGSWERKSTATT im Sinne ihrer grundsätzlichen Konzeption (siehe Wintersemester 2003/2004) mit Ausstellungstheorie und -praxis auseinander. Analog zum Jahresthema 2006 des Kunstvereins Hildesheim lautet der inhaltliche Schwerpunkt dabei: Wer ist die Kunst? Funktion und Selbstverständnis. Im Mittelpunkt des Seminars steht also die Frage nach der Person, quasi nach dem ­ offensichtlichen wie unfreiwilligen ­ Personal des Kunstsystems. Gleichgültig ob ein solches System nun eher im Sinne der vor etwa zehn Jahren vorgeschlagenen technoiden Metapher eines 'Betriebssystems' begriffen wird, oder eher entsprechend der Luhmannschen Systemtheorie: Die Frage nach den Menschen, die es bevölkern, liegt nahe. Welche Rollen hält es für sie bereit, auf welchen Ebenen lässt sich hier (inter-)agieren oder gar manipulieren? Wer übt gezielt Macht aus, und auf welche Weise? Wer entscheidet über Definitionen und Bedeutungszuweisungen? Und wer ist dabei schließlich auf wen angewiesen? Oder geht es am Ende auch ohne Kommunikation und Konsens? Die Unterzeile des Jahresthemas deutet an, dass die Verstrickungen in ein solches System auf unterschiedlichsten Ebenen stattfinden können ­ es macht eben tatsächlich einen Unterschied, wer hier aus eigenem Antrieb eine bestimmte Funktion betreibt, und wer lediglich für den Zweck anderer funktioniert.. Als praktische Umsetzung formulieren die Studierenden im Laufe des Semesters eigene Ausstellungs- und Projektkonzeptionen.

Sommersemester 2006: AUSSTELLUNGSWERKSTATT: Kommunikationswerkstatt
Das Projekt 'Kommunikationswerkstatt' wird sich als Teilprojekt in das Gemeinschaftsprojekt 'Spielfeld_Planspiel' eingliedern. Als solches wird es im ersten Semesterblock eine der 'Zellen' des kollektiven 'Spielfelds' bespielen. Das Grundthema des Projekts wird der Faktor Kommunikation als Grundlage jeder kollektiven Struktur bilden. In der theoretischen Auseinandersetzung werden Fragen im Mittelpunkt stehen wie: Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Kommunikation, Wahrnehmung, Kognition und sozialen Prozessen? Welche Formen von verbaler oder visueller Kommunikation spielten und spielen in zeitgenössischen künstlerischen (Gruppen-) Prozessen eine Rolle? In welchem Verhältnis stehen dabei Sprache und Bild?
In der praktischen Umsetzung werden folgende und ähnliche Problemstellungen dominieren: Wie lässt sich Kommunikation anregen, fördern oder beeinflussen? Welche Strukturen und Strategien lassen sich finden, um Kommunikation punktuell/nachhaltig zu fördern? Welche Rolle spielen dabei immaterielle und materielle Anteile? Wie können bestimmte Formen der Kommunikation in künstlerische Prozesse eingreifen? Welche Medien spielen dabei eine Rolle? Die erarbeiteten und reflektierten Strategien und Strukturen (z.B. verbale und visuelle Interventionen, gestaltete 'Kommunikationsräume', formulierte 'Regeln', mediale Versuchsaufbauten) werden in 'Spielfeld_Planspiel' erprobt und diskutiert ­ zunächst im 'Selbstversuch' innerhalb der eigenen 'Zelle'. Bei Erfolg werden sie dann anderen 'Zellen' und 'Spielenden' vorgestellt und angeboten. In der eigenen 'Zelle' wird die 'Kommunikationswerkstatt' so im Laufe des ersten Semesterblocks einen 'Werkzeugkasten' mit unterschiedlichen Kommunikationswerkzeugen zusammenstellen, der nach dem Ende des Projektes allen 'Zellen' zur weiteren Benutzung zur Verfügung steht ­ als 'fertige Zelle' kann die 'Kommunikationswerkstatt' auch während der folgenden Semesterblöcke besucht und benutzt werden wie ein Lager/Magazin/Fundus ­ zur Inspiration und Kommunikation innerhalb der 'Zelle', aber auch, um sich einzelne Kommunikationswerkzeuge auszuleihen. Die 'Kommunikationswerkstatt' versteht sich als spezifische Form des fortlaufenden Seminarangebots AUSSTELLUNGSWERKSTATT.


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