Schamanen, Heiden, Hexen.

Durch den Dschungel alternativer Wege
von Thomas Kaestle

in: connection special Nr. 56: Schamanische Wege der Heilung



Einen schnellen Blick auf Veröffentlichungen zum Schamanismus werfen zu wollen ist, als wolle man mal eben durch ein vierzigbändiges Lexikon blättern: ein wenig verwirrend, bunt und meist eher fruchtlos. Ein klar umrissener Kontext erschließt sich nur mühsam, zu vielfältig sind die Positionen. Der Kulturwissenschaftler Thomas Kaestle durchschritt den Dschungel von Richtungen, Meinungen und Einstellungen, von wissenschaftlichen Studien und anderen Veröffentlichungen zum Thema: Schamanismus, neue Heiden, Hexen, Psychotherapie, Drogen und andere Wege der Selbstfindung - und bietet uns eine differenzierte Analyse.

Der Begriff des Neo-Schamanismus bezeichnet die zeitgenössische interdisziplinäre Tendenz, Versatzstücke authentischer religiöser Praxis aufzugreifen, am wertneutralsten. Ob sich dabei die Techniken und das Selbstverständnis eines traditionellen Schamanismus übertragen, ist fraglich. Der Neo-Schamanismus scheint sich auf den ersten Blick nahtlos in den Do-it-yourself-Baukasten des Neo-Paganismus einzufügen: Wo sich die neuen Heiden auf angeblich über-lieferte Traditionen berufen, müssen sie sich kritische Fragen der Historiker gefallen lassen - viele bekennen sich jedoch selbstbewusst zu ihren (post-)modernen Religionen. Auf jeden Fall erweist sich die klare Trennung von historisch-ethnologischem und zeitgenössischem Kontext sowohl beim Paganismus wie auch beim Schamanismus als äußerst hilfreich, wenn es um einen schärferen Blick auf deren Strukturen als religiöse Phänomene geht.



Religion oder Technik


So unübersichtlich und ungeklärt die Spielarten des Neo-Schamanismus einerseits sind, so uneinheitlich stellen sich andererseits auch die religionswissenschaftlichen Perspektiven auf das historisch-ethnologische Phänomen Schamanismus dar. Bis heute existiert keine allgemein anerkannte Definition und selbst die Frage, ob Schamanismus als eigen-ständige Religion einzustufen sei, ist noch nicht erschöpfend beantwortet. Allerdings zeichnet sich hier zumindest eine klare Tendenz ab: Es handele sich um keine Religion, der Schamanismus sei vielmehr eine Technik, eine Handlungsweise oder ein Rollenmuster, welches sich unabhängig von religiösen Festlegungen parallel in verschiedensten Gemeinschaften entwickelt, beziehungsweise schnell Verbreitung gefunden habe. Dabei zeigen sich jedoch erstaunliche Entsprechungen in Glaubenssystem und Weltbild dieser Gemeinschaften.
Der Schamane übt die Tätigkeit eines sozial-religiösen Spezialisten aus, der zwischen seiner menschlichen Gesellschaft und einer Anderswelt, einer Welt der Geister und Götter als spiritueller Bote und Diplomat vermittelt - manchmal auch als Führer für Suchende oder für die Seelen der Toten. Hierbei spielen ver- änderte Bewusstseinszustände ein wesentliche Rolle, welche durch Drogen oder unterschiedlichste Trance-Techniken hervorgerufen werden. Eine weit verbreitete grundsätzliche Definition von Schamanismus ist deshalb jene des Religionswissenschaftlers Mircea Eliade, der im Jahr 1951 als erster eine umfassende Studie des Phänomens vorlegte und dabei von einer Technik der Ekstase sprach. *1


Veränderte Bewusstseinszustände

Die biologischen und sozialen Grundstrukturen veränderter Bewusstseinszustände sind es schließlich auch, denen von einigen Forschern die Universalität schamanischer Heilungspraktiken zugeschrieben wird *2. Diese, nicht gesellschaftliche Gegebenheiten, hätten erst zu einem institutionalisierten Schamanismus geführt. Durch komplexe soziale Strukturen entstehe die Notwendigkeit von Religion und Priestertum, der Schamanismus hingegen bestehe aus ritualisierten bewusstseinsverändernden Techniken, in deren Zentrum körperliche und seelische Heilungseffekte stünden.
Ob diese These ausreicht, die zahlreichen weltweiten Übereinstimmungen in einem höchst differenzierten Glaubenssystem und seinen Anderswelterfahrungen zu erklären, bleibt zu beweisen. Die Effektivität der Bewusstseinsveränderung jedoch wird von Medizinern und Biologen bestätigt: Die Anderswelt der Trance entspricht psychosomatischen Erlebnisdimensionen außerhalb des Wachbewusstseins. Dabei ist es gleichgültig, ob ein solcher Bewusstseinszustand durch Halluzinogene, Entzug von Umweltreizen, konzentrative Techniken oder die Bewegung zu hoch-strukturierter Musik zustande kommt - alle Methoden führen zu vergleichbaren Ergebnissen. Und die in der alltagsfernen Trance gemachten Erfahrungen wiederum spielen als formulierte mystische Erlebnisse eine zentrale Rolle in allen Religionen, gleichgültig ob das Gesehene nun als Himmel, Hölle, Anders- oder Geisterwelt bezeichnet wird.
Schamanen gelten hierbei lediglich als die älteste und grundlegendste Form der Ekstatiker. Von der weit-verbreiteten Annahme ausgehend, dass Religion auf unvermittelter Erfahrung beruht, vermag dieser Umstand den Schamanismus tatsächlich wieder in den Kontext einer archaischen Grund-Religion zu rücken. Zugleich lässt sich hier die Gegenthese erörtern, dass unsere Handlungen und Erlebnisse nur durch unsere Interpretationen auch zu Erfahrungen werden. Die Frage, wie und warum wir solche Interpretationen formulieren, gilt in der Religionswissenschaft bislang als kaum geklärt. Eine Antwort könnte entscheidend sein in der Beurteilung dessen, ob und wie schamanische Praktiken in spätere Religionen eingeflossen sind.


Tradition

Wie alt der Schamanismus als religiöse Grundstruktur tatsächlich ist, vermag niemand wirklich zu sagen. Der Begriff ist erstmals im Jahr 1194 als Bezeichnung für religiöse Funktionsträger im Werk eines chinesischen Historikers belegt - übrigens als Bezeichnung der Jurcen für ihre weiblichen Magier. Schamanische Techniken fanden und finden sich über die Jahrhunderte auf fast allen Kontinenten, in verschiedensten Kulturen und Gemeinschaften. In den vergangenen zwei Jahrhunderten wurde der Schamanismus jedoch durch das oft aggressive Vordringen der sogenannten Hochreligionen schrittweise verdrängt - auch wenn sich Riten und Vorstellungen zumeist in den veränderten Kontexten bewahrt haben. Als Tradition mit einer mündlichen Überlieferung, einem exklusiven Lehrer-Schüler-Verhältnis und großem Gewicht auf Familientraditionen büßte er in seinem Verschwinden vielerorts jedoch an Bedeutung und Strukturen ein. Und wo tatsächlich noch ungebrochene Überlieferungen anzutreffen sind, ist es bis heute für Außenstehende fast unmöglich, einen mehr als oberflächlichen Einblick zu erhalten.


Was ist "Neo"?

Genau dieses Zusammenspiel von alten Traditionen, exklusiven Geheimnissen und Initiationen, archaischen Grundstrukturen sowie kultureller und religiöser Verdrängung scheint den fruchtbaren Boden für jene zeitgenössische Transformation auszumachen, die spirituellen Phänomenen die Vorsilbe Neo einbringt - zumindest im halbwegs seriösen Umgang mit ihnen.
Was beim Heidentum, und dort vor allem bei Hexentraditionen, bereits im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts begann, geschah mit dem Schamanismus vor allem ab den 70er und 80er Jahren: Aus einzelnen Bestandteilen des jeweiligen historisch-ethnologischen Phänomens und verwandter oder assoziierter Bereiche entwickelten sich neue Traditionen und Religionen mit einer zeitgenössischen Perspektive. Nach dem Do-it-yourself-Prinzip war und ist es zudem möglich, immer neue Traditionen und Variationen selbst zu gestalten und sich so eine hochindividuelle Glaubenswelt zu schaffen. Diese postmoderne Religionspraxis ist absolut legitim - solange sich mit den (re-)konstruierten Inhalten auch der Anspruch der Ausübenden verändert. Ein realistischer Blick auf die spirituelle Heimat und eigene Rolle darin trennt seriöse, eigen-ständige und verantwortliche Gläubige und Suchende von Hochstaplern und Profilneurotikern.
Die Hexentradition Wicca ist ein Beispiel für den seriösen Umgang mit einer Neo-Religion. Von Gerald Gardner in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts aus Elementen traditioneller Überlieferungen, anthropologischer Forschungen, der Freimaurerei und der Ritualmagie verschiedener Geheimgesellschaften gegründet und seitdem an den Anforderungen moderner und postmoderner Gesellschaften weiter-entwickelt, ist Wicca eine Religion geblieben, die weder einer Ursprungsmythologie noch der Behauptung bedarf, Erbin einer ungebrochenen Tradition zu sein. Wenn die Anhänger von Wicca schamanische Elemente in ihre Rituale oder Traditionen integrieren, so tun sie dies idealerweise im Bewusstsein, mit Versatzstücken umzugehen, denen sie einen neuen Kontext und damit eine neue Bedeutung zuweisen.


Pflichten

Der Weg eines echten Schamanen in seinem historisch-ethnologischen sozialen Umfeld ist hart und keinesfalls immer angestrebt oder gar erträumt. Hier wird der Schamane zu seiner Rolle berufen - durch ein traumatisches Ereignis, das Eingreifen von Göttern oder Geistern. Nach diesem ersten unfreiwilligen Kontakt mit der Anderswelt ist keine vollständige Rückkehr in den Alltag mehr möglich. Die Rolle und Aufgabe des Schamanen ist festgelegt: Er ist verpflichtet, alles zu heilen, was Heilung sucht, er darf nie zum eigenen Vorteil oder Gewinn handeln. Er ist in einem philosophischen oder mythologischen Rahmen fest verankert.
Nicht so der Neo-Schamane: Er konstruiert sich seinen Rahmen selbst, ganz gleich ob er dabei versucht, so nahe wie möglich an angeblich überlieferte Traditionen zu gelangen oder ob er sich solcher Traditionen als Seminar-Schamane in anderen Kontexten bedient - zu medizinischen, therapeutischen oder auch quasi-religiösen Zwecken.


Krieg den Neos

Bereits der prominenteste Wegbereiter des Neo-Schamanismus, Carlos Castaneda, hat seine Erlebnisse mit dem mexikanischen Schamanen Don Juan wahrscheinlich nie auf die geschilderte Weise erlebt, sondern aus authentischen Versatzstücken fiktiv konstruiert. Seine Bücher sind wissenschaftlich schon lange höchst umstritten, doch das Geheimnis und die Andersartigkeit ihres Inhalts und ihres Autors faszinieren bis heute viele Suchende.
Zentral bleiben auch für Neo-Schamanen die Erfahrungen mit veränderten Bewusstseinszuständen. Dabei steht allerdings häufig nicht das Handeln in der Anderswelt im Mittelpunkt, sondern die Grenzerfahrung selbst. In einem therapeutischen Zusammenhang kann der archaische Ursprung der angewandten Techniken so die Funktion einer legitimierenden Erzählung annehmen. Nicht jeder steht dem Gebrauch schamanischer Techniken und Handlungen in neuen Kontexten wertneutral gegenüber. Und es verwundert kaum, dass der Begriff Missbrauch aus den Reihen jener kommt, die den schamanischen Ursprüngen am nächsten stehen. Die Versammlung der Dakota-Lakota-Nakota-Stämme der USA und Kanadas hat ihnen im Jahr 1993 den Krieg erklärt, all jenen, die ihre Traditionen ausbeuten: "Zu lange haben wir die unaussprechliche Schmach ertragen müssen, wie unsere wertvollsten Zeremonien und spirituellen Praktiken durch nicht-indianische Wannabees (Möchtegern-Indianer), Hausierer, Kultisten und selbsternannte ðNew Age SchamanenÐ sowie deren Anhänger entheiligt, verzerrt und missbraucht werden." *3


Kontext und Lebensgefühl

Den heiligen Zorn der Lakota in Ehren, wo er sich auf Menschen bezieht, die schamanische Techniken kommerzialisieren und ihnen dabei verkaufsfördernde Etiketten wie original oder authentisch verpassen! Allerdings finden sich inzwischen durchaus Menschen, die schamanische Einflüsse mit dem angebrachten Respekt und der notwendigen Differenziertheit in ihre persönlichen Kontexte einbinden. Und schließlich wird es fast unmöglich, ein Urteil über jene zu sprechen, für die Elemente des Schamanismus zum unbestimmten Teil eines Lebensgefühls geworden sind, welches sich irgendwo zwischen Festival-Kultur, Trommel-Sessions und Techno-Veranstaltungen bewegt.
Wer je zu einer Sonnwendfeier die Externsteine besucht hat, kennt die vage Atmosphäre eines gemeinsamen Feierns, in dem sich eine Vielzahl archaischer und zeitgenössischer Einflüsse verbinden, darunter auch schamanische: Dutzende von Feuern, ein pulsierendes Trommeln, ekstatisches Tanzen und die unbestimmte kollektive Energie einer one night society. Wo fängt die bewusste Einbindung schamanischer Aspekte an, und wo beginnt der Missbrauch, den die Lakota anprangern? Der Neo-Schamanismus geht heute zum Teil in den unterschiedlichsten Traditionen und Religionen des Neo-Paganismus auf und wird so zu einer religiösen Technik von vielen, häufig verschwimmen seine Konturen im Zusammenspiel mit parallelen oder zumindest ähnlichen Elementen anderen Ursprungs.


Ganzheitliches Heilen


Zugleich erfahren schamanische Praktiken und deren Heilungspotenzial zunehmend eine Einbindung in medizinische Konzepte - und werden auf diese Weise auch außerhalb ihrer Ursprungsgemeinschaften institutionalisiert. Im Jahr 1980 wurde dem Schamanismus von der Weltgesundheitsorganisation in der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen dieselbe Bedeutung zuerkannt wie der westlichen Schulmedizin. Und die Nachfrage nach Therapien dieser Art steigt, nicht nur wegen der Trendfreundlichkeit ihrer Exotik. Die Ernüchterung durch die Grenzen, die Unsensibilität und Fachblindheit der modernen westlichen Medizin hat in Rückbesinnung auf alte Traditionen der Heilkunst eine ganze Industrie des ganzheitlichen Heilens hervorgebracht. In deren Konzepte fügt sich das schamanische Weltbild ganz hervorragend ein, welches jede Getrenntheit in der Natur leugnet: Alles ist hier miteinander verbunden, ist Teil eines großen Ganzen und befindet sich in Kommuni-kation. Vor allem die Einheit von Körper, Seele und Geist spielt hier eine ganz wesentliche Rolle.
Krankheiten in der Alltagswelt resultieren für den Schamanen immer aus Verstrickungen in der Anderswelt - ob die Ursache nun in einem bösen Geist oder in der Verirrung der Seele liegt. Seine Aufgabe besteht also darin, die Bewohner dieser Anderswelt, mächtige Wesen, oft in Tiergestalt, so lange zu überzeugen, zu zwingen, zu bekämpfen oder zu befragen, bis die Konflikte gelöst, der Bann gebrochen oder die Seele wiedergefunden ist. All dies lässt sich auch als ein Reichtum von Metaphern begreifen: zum Beispiel für Stress, Schock oder Trauma. In diesem schulmedizinischen Sprachgebrauch wird während einer Seelenreise ein konkreter seelischer oder körperlicher Konflikt auf einer anderen Bewusstseinsebene ausgetragen. Dabei können sich blockierte Denkstrukturen auflösen und ein inneres Potenzial für das Finden von Lösungen oder das Auffinden verschütteter Zusammenhänge genutzt werden. Der Schamane selbst befindet sich in einem Zustand der Hypersensibilität und kann sich mit erhöhter Aufmerksamkeit und Konzentration in Diagnose und Therapie einfühlen.


Seelenrettung

In einer Zeit, in der die Verirrung der Seele von vielen als ein generelles Symptom unserer Gesellschaft betrachtet wird, verwundert es eigentlich kaum, dass einer so klaren Strategie zur metaphorischen Seelenrettung wie der des Schamanismus großes Interesse zuteil wird. Wenn dann noch die Möglichkeit einer spirituellen Erfahrung mit einer fremdartigen Irrationalität zusammentrifft, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines therapeutischen Erfolges zunehmend. Ist Nicht-Alltäglichkeit und Exotik in unserer rationalisierter Gesellschaft zu einer Vorausbedingung für ein Sich-Einlassen geworden? Ist eine Distanz zum wirklichen Leben konstituierend für Heils- (und Heilungs-)Erfahrung?
Der Zugang zu anderen Wirklichkeits- und Bewusst-seinsebenen verbindet den Schamanismus mit der Hagazussa, jener Reiterin auf dem Zaun zwischen den Welten, die für viele neue Hexen und Heiden zum Sinnbild ihrer Weltanschauung geworden ist. Wir sind in unserer westlichen Tradition die Erben langer Rationalisierungsprozesse, in deren Verlauf die Kontrollierbarkeit und Verlässlichkeit einer absoluten Wirklichkeit an Bedeutung gewonnen hat. Der Positivismus mit seiner Forderung nach Beweisbarkeit und Allgemeingültigkeit hat als Nebenwirkung eine gesellschaftliche Sehnsucht nach alternativen Perspektiven hervorgebracht, nach Irrationalem, nach Dingen, die eben so sind und sich einer letztgültigen wissenschaftlichen Erklärbarkeit entziehen.
Neues Heidentum, Neo-Schamanismus und Formen des alternativen Heilens begegnen sich in dieser Sehnsucht - und in dem nahezu unüberschaubaren Labyrinth der dazugehörigen Theorien, Praktiken, Traditionen, Lehren und Pamphlete.


Wege im Dschungel

Dabei schließt die Nicht-Erklärbarkeit einen reflektierten, strukturierten und produktiven Umgang mit ihren Phänomenen nicht aus. Der Kybernetiker Ernst von Glasersfeld hat seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts dazu beigetragen, das Konzept der Viabilität zu etablieren: Was funktioniert, ist erlaubt; unsere Konstruktionen müssen passen, nicht stimmen. Dieses Konzept ermöglicht, auf nicht beweisbaren Grundlagen aufzubauen, um so zu neuen, brauchbaren Ergebnissen zu kommen. Allerdings ist hierfür ein gemeinsames Einigen auf Grundlagen und Vorgehensweisen unerlässlich.
Dies ist zweifellos in den überschaubaren Gemeinschaften, in denen der Schamanismus seinen Ursprung hat, einfacher, als in unserer westlichen Zivilisation. Dennoch gilt gerade für Neo-Paganismus und Neo-Schamanismus mit ihrer Vielzahl unter-schiedlichster, unkoordinierter Perspektiven und Ansätze: Erst gemeinsame Strukturen machen diesen Dschungel begehbarer und sorgen so für mehr Seriosität und Transparenz. Diese Qualitäten mögen nicht in jedermanns Interesse liegen. Aber all jene, die ernsthaft um Traditionen, Religionen und religiöse Techniken bemüht sind, werden es zu schätzen wissen, auch von Außenstehenden ernst genommen werden zu können.


Literatur:


Eine kommentierte Literatur- und Linkliste findet sich auf der Internetseite
www.hexenbuecher.de, deren Betreiber dem Autor freundlicherweise die notwendigen Strukturen zur Verfügung gestellt haben.
Hingewiesen sei auf das Buch "Hagazussa - Auf dem Zaun zwischen den Welten", einen Bildband über neue Hexen und Heiden (
www.hagazussa.de), dessen Autorin Esther Beutz Fotografien für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt hat. (siehe auch: Rezension in diesem Special)
Fußnoten:
1) Eliade, Mircea: Schamanismus und archaische Ekstasetechnik, Frankfurt am Main 1999
2) Winkelman, Michael James: Shamans, Priests and Witches, Tempe 1992
3) Eyapaha, Vol. 2, Issue 22, siehe auch
www.kondor.de/special/kriegs.html

 
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